Wie lange dauert es?

Einst saß ein Yogi im Freiburger Sternwald unter einem Baum und meditierte. Da kam ein Wanderer vorbei uns sprach den Yogi an: “Wie lange dauert es bis auf den Kybfelsen?”. Der Yogi antwortete nicht. Noch einmal frage der Wanderer: “Hey du, wie lange braucht es bis auf den Kyfelsen?”. Und wieder kam keine Regung von dem Yogi. Verärgert ging der Wanderer weiter. Doch plötzlich rief der Yogi dem Wanderer hinterher. “Etwa drei Stunden!”. Verwundert drehte der sich um: “Warum hast du mir das nicht gleich gesagt?”, fragte er. “Ich musste erst wissen wie schnell du Läufst,” antwortete der Yogi und versank wieder in seiner Meditation.  (Story inspired by Mark Robberds)
Ich treffe immer wieder Leute, die sich für Yoga interessieren und mich fragen wie lange es dauert. Wie lange dauert es, bis ich dies oder das kann? Doch diese Frage ist nicht so pauschal zu beantworten. Denn es hängt von vielen Faktoren ab, wie lange es dauert bis man gewisse Veränderungen erfährt. Zum Beispiel: Wie oft übst du Yoga? Einmal pro Woche? Zweimal? Täglich? Regelmäßig oder unregelmäßig? Ein Ashtanga-Lehrer erzählte mir von einer Schülerin, die sich etwas enttäuscht äußerte, dass sie bereits seit 9 Jahren Ashtanga praktiziere und immer noch große Herausforderungen in der 1. Serie habe! Darauf fragte der Lehrer. “Wie oft übst du Yoga?”. Die Schülerin meinte, sie übe normalerweise  zweimal wöchentlich, mal mehr, mal weniger. Der Lehrer antwortete: „Das sind nicht neun Jahre Ashtanga-Praxis sondern drei!”. Da musste die Schülerin einsehen, dass es durchaus völlig normal ist, sich drei oder vier Jahre mit der 1. Serie zu beschäftigen. Auch wenn das Beispiel etwas eindimensional ist, so wird klar, worum es geht. Faktoren wie Alter, Gesundheit, Ernährung, frühere Verletzungen, Lebensstil, Körpertyp, Klima, und und und beeinflussen alle „wie lange es dauert”.
Meine persönliche Meinung ist, dass es im Grunde genommen völlig egal ist, wie lange etwas dauert und wie lange nicht. Wenn dir Yoga Spaß macht und dir im Leben hilft dich besser zu spüren und kennen zu lernen, dann spielt es keine große Rolle, wie lange es dauert bis bestimmte Zwischenziele erreicht sind. Wenn du Spaß und Freude am Yoga behältst, dann hat dein Körper die Chance seiner eigenen Intelligenz zu folgen und du wirst automatisch immer wieder Veränderungen machen und spüren. Dem Abenteuer sind dann keine Grenzen gesetzt.
Foto by Jan Deichner

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