Peter

1. WIE LANGE BIST DU SCHON dabei?

1¾ Jahre

2. WAS GEFÄLLT DIR AN DER PRAXIS, WIE BIST DU ZUM ASHTANGA YOGA GEKOMMEN?

Ich hatte vorher bis auf das Sonnengebet noch keine Berührungen mit Yoga. 2017 hab´ich mich spontan dazu entschlossen, Yoga auszuprobieren. Nach einer kurzen Recherche im Internet hab ich mich für Blackforest-Ashtanga entschieden. Bei der Probestunde habe ich als erstes gecheckt, ob es sich hier um einen „komischen esoterischen Verein“ handelt, und war angenehm von der netten Atmosphäre und von Boris´ Übungsanleitungen überrascht.
Die Art von Boris´ Unterricht und den Stil der ganzen Shala nehme ich als angenehm und entspannt wahr und fühle mich dadurch zum Üben eingeladen. Es wird zwar immer konzentriert, aber nie zu ernst geübt, was mir sehr wichtig ist. Zusammen mit den adjustments und Hilfen von Boris und Leonie ist es für mich die optimale Atmosphäre zum Üben.

3. WIE SIEHT DEINE MOMENTANE ROUTINE AUS?

Seit Anfang letzter Woche jeden Morgen ausser Sonntag. Davon 2 mal in der Shala Mysore-Unterricht.
Bisher Serie 1: Zuhause bis zur 2. Sitzenden asana, im Mysore-Unterricht dann bis Kūrmāsana (Schildkröte), wobei sich die Asanas von Marīcyāsana C bis Kūrmāsana noch im „Murksstadium“ befinden. Abschlussequenz dann nur die Positionen, die einigermassen gut gehen, um die Praxis ruhig zu beenden. Dienstag abends nehm ich in der Shala momentan noch am Chanten teil, und versuche mich ab und zu zuhause daran.

4. HAST DU SCHON ANDERE YOGA-STILE VERSUCHT? WORIN SIEHST DU FÜR DICH DIE STÄRKEN / VORTEILE DER ASHTANGA YOGA MYSORE METHODE?

Für mich liegen die Stärken und Vorteile von Ashtanga Yoga Mysore in der gelungenen Mischung aus „selbermachen“ und „gezeigt bzw. geholfen bekommen“. Und, daß jeder in seinem Tempo sein Ding macht und Leute mit verschiedensten Kenntnisstufen zusammen üben. Jeder bekommt ein bisschen „Einzelunterricht“, was ich für effektiv halte. Ein Vorteil für mich ist die bewegungstechnische Herausforderung, was Ashtanga für mich spannend macht und motiviert.

5. WORIN SIEHST DU DEINE PERSÖNLICHEN STÄRKEN UND SCHWÄCHEN BEIM ÜBEN?

Ich kann mich leicht zum Yogaüben aufraffen, auch wenn mal die Motivation oder die Begeisterung fehlt. Diese Diszipliniertheit macht mir das häufige Üben einfach. Was sich bei der Praxis bisher als größtes Hindernis für mich herausgestellt hat, ist Ungeduld. Die verleitete mich bisher manchmal, zu heftig in eine Asana reinzugehen oder zu stark zu ziehen, was sich dann immer mit verschiedenen Reizungen oder einer verzogenen Wirbelsäule gerächt hat. Aber man ist ja lernfähig…

6. FIEL ES DIR LEICHT MIT ASHTANGA YOGA ZU BEGINNEN? WORIN LIEGEN FÜR DICH DIE HERAUSFORDERUNGEN?

Null, der Anfang war megazäh! In punkto Verspannungen setz´ich Maßstäbe :)! Dadurch war das erste Jahr für mich sehr anstrengend. Es hat mich wirklich viel Geduld, Kraft und Ausdauer gekostet, überhaupt einigermassen sauber durch die Grundstellungen zu kommen, und schon beim Übergang zu den sitzenden Positionen war ich nicht selten komplett gebügelt! Das Dranbleiben hat sich aber wirklich gelohnt. Im Vergleich zu den ersten Wochen hat sich durch das regelmäßige Üben sehr viel getan. Es ist interessant und macht Riesenspaß, wenn man merkt, daß sich tatsächlich was ändert, Kraft und Beweglichkeit aufbaut oder eine Asana plötzlich funktioniert, die man ein paar Wochen vorher nicht einmal ansatzweise konnte.

7. HAST DU MOMENTAN EINEN BESTIMMTE PROZESSe / ERKENNTNISSE IN DEINER PRAXIS?

Von der Asanapraxis her liegt bei mir ein Fokus momentan auf den Ellenbogen bei Liegestütz, nach unten schauendem Hund und jump back bzw. forward. Sind die Ellenbogen am Körper, habe ich mehr Kraft und es läuft leichter. Sind sie nach aussen gestellt, verpufft die Kraft und landet in den Schultergelenken (aua)…
Und dann ist da noch die Hüfte bzw. die Hüftgelenke. Die bekommen auch besondere Aufmerksamkeit, da sich nach langen Jahren des Joggens und Berglaufens Bewegungseinschränkungen gebildet haben. Was sich auch so langsam einspielt, ist, daß die Bewegung dem Atem folgt und nicht umgekehrt.

Meine momentane Erkenntnis ist, daß durch tägliches Üben (und wenn es nur 20 Minuten sind) die Praxis immer leichter wird und sich zusehends eine innere Ruhe bzw. ein meditativer Effekt einstellt, der noch – mal mehr mal weniger – nach dem Üben anhält. Dadurch wird das Üben selbst angenehmer und das Ziel, bestimmte Fortschritte in einer bestimmten Zeit zu machen, werden weniger wichtig.

8. WAS HAT SICH DURCH ASHTANGA FÜR DICH VERÄNDERT? WAS BEDEUTET DIR DAS ÜBEN?

Das regelmäßige Üben versuche ich fest in den Tagesablauf einzubauen (genauso wie die Stunden in der Shala), und andere   Aktivitäten darauf abzustimmen. Sonst hat man schnell immer was Dringenderes zu tun als zu Üben. Ich hätte nicht gedacht,daß Ashtanga (oder überhaupt eine Praxis) so gut „wirkt“, d.h. eine so umfassende  Neustrukturierung des Körpers auslösen kann und Beweglichkeit, Kraft und innere Ruhe geben kann.